In unsrer Gesellschaft gilt Gesundheit als das höchste Gut. Wenn wir einem bekannten Menschen begegnen, fragen wir meistens zuerst: «Wie geht's Dir (Ihnen)?» Bei verschiedenen Gelegenheiten wünschen wir ‘Gesundheit’: wenn jemand niest, beim Anstossen mit einem Glas Wein oder bei Anlässen wie Geburtstag oder Neujahr. Oft hört man auch die Aussage: «Nicht wahr, Gesundheit ist doch das Wichtigste!»
Was Menschen doch alles tun, um ihre Gesundheit zu erhalten! Da sollen zum Beispiel Bäder im Ausland helfen, das Einatmen von Dämpfen in einem Bergstollen und so fort. Vieles ist aber auch nötig für die Qualität des Lebens. Wir brauchen Bewegung und Sport als Ausgleich zu unserem oft stressigen Alltag. Oft aber wird diese Beschäftigung so extrem betrieben, dass man sich fragen kann: Dient das wirklich noch der Gesundheit?
Ich habe seit mehr als 20 Jahren eine unheilbare Krankheit. Ich musste meinen Beruf, der wertvoll, aber anstrengend war, aufgeben. Für mich war damals vieles unklar. Vor allem: Wie sollte ich meine Frau und vier Kinder versorgen?! Als überzeugter Christ ‘weiss ich’, dass keine Krankheit unheilbar ist. Es wurde mehrmals für mich in besonderer Weise um Heilung gebetet. Doch die Krankheit wich nicht von mir. Gibt es nicht auch Christen, die in einer solchen Situation fast irrewerden, indem sie gewisse Gründe für das ‘Nicht-Gesundwerden’ suchen, die völlig abwegig sind. Zum Beispiel: Ich bin ein zu wenig guter Christ. Oder: Die Betenden sind zu wenig kompetent oder haben falsch gebetet.
Mir scheint wichtig, dass eine Krankheit auch zum Segen werden kann. In der Bibel steht: «Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen» (Römer 8,28). In der folgenden Zeit merkte ich, wie Lasten von mir abfielen. Ich realisierte, dass Gott nur Gutes mit mir vorgehabt hatte: Ohne die Krankheit wäre ich nie bereit gewesen, meinen Beruf aufzugeben. Ich hätte vielleicht noch jahrelang mit Hilfe von Medikamenten weiter gemacht. Ich hatte ja auch keine andere Perspektive gehabt. Es würde zu weit führen, zu erzählen, wie wunderbar mich Gott in den darauf folgenden Jahren führte und meinem Leben einen tiefen Sinn gab.
Auch heute lebe ich noch mit dieser Krankheit und brauche Medikamente. Diese sind ebenfalls ein Segen Gottes. Ich verstehe meinen Weg wie den von Paulus, der nach dreimaligem Gebet ohne Heilung von Gott den Zuspruch erhielt: «Lass Dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig» (2. Kor. 12,9). Das Wichtigste ist die Heilung der Seele. Lassen Sie mich nochmals die Bibel zitieren: «Und durch seine (Jesu) Wunden seid ihr geheilt» (Jes. 53,5 b). Hier geht es um unsere Erlösung. Ja, das ist das Wichtigste: Frieden mit Gott durch Jesu Tod am Kreuz. Wir erlangen Frieden, indem wir Jesus als unseren Retter und Herrn in unser Leben aufnehmen. Dann werden wir Anteil haben an ewigem, sinnerfülltem Leben in Beruf, Alltag und Freizeit, in den Beziehungen zu unseren Nächsten und zu anderen Menschen. Das ist schöner und wichtiger als Gesundheit. Wie viele Christen strahlen tiefe, echte Freude aus, obwohl sie krank oder körperlich behindert sind. Ich wünsche Ihnen, dass Sie durch Jesus dieses erfüllte Leben finden, das alle Krankheit ‘überstrahlt’.
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