Thema: Islam

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Der Islam ist eine Herausforderung

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DR. ANDREAS MAURER

Der Islam stellt für uns Christen keine Bedrohung dar, sondern eine Herausforderung. In der Begegnung sollten wir die Freiheit haben, einander zu erklären, was wir unter der Wahrheit verstehen. Ich setze mich für gute Begegnungen, gegenseitiges Verständnis und Respekt zwischen Christen und Muslimen ein.

In der Begegnung sollten die kulturellen und religiösen Verhaltensregeln respektiert werden. Im Folgenden sind einige allgemeine praktische Regeln aufgelistet.

Der erste Eindruck ist wichtig

  • Der erste Eindruck ist wichtig: Bin ich schüchtern, aggressiv, verteidigend oder uninteressiert? Oder bin ich freundlich, interessiert, höre gut zu, offen und ehrlich?
  • Überzeugend auftreten: Christen sollen sicher auftreten, denn sie haben eine überzeugende Botschaft. 
  • Es wirkt konstruktiv, wenn man interessiert zuhört, dankbar ist und positive Bemerkungen macht.
  • Man sollte Respekt zeigen für die Bibel und den Koran. Diese Bücher sollten nie auf den Boden gelegt, noch irgendetwas auf ihnen abgestellt werden.
  • Gastfreundlichkeit ist wichtig. Es sollen aber nur Getränke und Speisen offeriert werden, die für die Muslime akzeptabel sind. In dieser Hinsicht ist es am besten, die Gäste vorher zu fragen und sich zu informieren. Kein Alkohol oder Schweinefleisch soll serviert werden. Strenggläubige Muslime essen zudem keine Speisen, die in Geräten zubereitet sind, in denen Christen vorher schon ihre Mahlzeit gekocht haben.
  • Einladungen von Muslimen sollen dankbar angenommen werden. 
  • Auch auf die richtige Bekleidung ist zu achten. Vor allem Frauen sollten sich konservativ kleiden. 
  • Es soll darauf geachtet werden, dass längerfristige Begegnungen nur mit dem gleichen Geschlecht geschehen.

Was beim Gespräch zu beachten ist

Christen sollen lernen, in jeder Situation ruhig und freundlich zu bleiben. Folgende Grundregeln können eine Hilfe sein:

  • Darauf achten, aufmerksam zuzuhören, wenn der Muslim etwas erzählt.
  • Sollte ein Muslim eine Frage stellen, ist es oftmals besser, vorerst die Begriffe genau zu klären. 
  • Interessante Fragen zu stellen, kann man lernen. Muslime sollen vorerst dazu angeregt werden, über ihre Beziehung zu Gott selber nachzudenken. Einige Beispiele von Fragen sind: Warum beten Muslime fünfmal am Tage? Wie können unsere Sünden vergeben werden? Wie war die Erfahrung auf der Pilgerreise nach Mekka? Wie können Muslime in das Paradies gelangen? 
  • Machen Muslime religiöse Aussagen, so ist es ratsam, nachzufragen, wo die Referenzen und Beweise zu finden sind (Wo steht das – im Koran, Hadith?). Man sollte sich auch Zeit nehmen, diese Dinge selber nachzulesen und zu studieren. 
  • Sollte man als Christ auf eine Frage von Muslimen nicht die passende Antwort wissen, ist es besser zu bekennen, dass man die Antwort im Moment nicht weiss, als irgendetwas Ungenaues mitzuteilen. Es ist dann wichtig, einen neuen Termin zu planen. In der Zwischenzeit kann man eine gute Antwort vorbereiten.

 

 

Zehn Ratschläge zur Begegnung mit Muslimen

1. Sieh in jedem Muslim zuerst den Menschen
•  Die wenigsten sind Fanatiker oder Fundamentalisten.
•  Die meisten sind hier, weil sie ein besseres Leben haben möchten.
•  Die meisten Muslime sind einfache Menschen, die Gott dienen wollen.
•  Sie haben Wünsche, Hoffnungen, Freude und Schmerz – wie auch wir.

2. Sieh die Muslime in ihrer Unterschiedlichkeit
•   Jeder Muslim ist anders: Klischeebilder und Vorurteile taugen nichts.
•   Wichtig ist, Interesse zu zeigen und zu versuchen, die Person kennenzulernen.
•  Jeder Muslim ist eine individuelle Person.
•  Ihr islamischer Glaube ist sehr unterschiedlich (Volksislam, Gruppierungen)

3. Verstehe ihre inneren Spannungen
•  Viele Muslime sind zwischen ihrer Heimat und der westlichen Kultur hin und her gerissen.
•  Kinder leben zwischen patriarchalischem Elternhaus und demokratisch liberaler Umwelt.
•  Geistliche Spannung: Was ist der Islam, und wie sollen sie ihn praktizieren?

4. Beachte die andersartige Kultur
•  In ihrem Herkunftsland ist vieles anders; es gelten manche Regeln und Tabus.
•  Grosser Unterschied zum Westen besteht in der Begegnung der Geschlechter.
•  Als Christen müssen wir in diesem Punkt feinfühlig sein.
•  Christen sollen die fremde Kultur und Denkweise kennen lernen und respektieren.

5. Habe keine Angst vor dem Islam
•  Muslime erscheinen äusserlich oft selbstsicher, sind aber oft unsicher und leben in Angst.
•  Der Islam ist keine Bedrohung, sondern eine Herausforderung. Jesus hat gesiegt.
•  Christen kennen die Wahrheit. Die gute Botschaft soll verständlich erzählt werden.

6. Gehe auf Muslime zu, ergreife Initiative
•  Ergreife die Initiative und gehe auf Muslime zu: Wir sind oft zu begegnungsscheu.
•  Viele Muslime leiden darunter, dass sie abgegrenzt werden. Überwinde diese Barrieren.
•  Entwickle neue Ideen und Möglichkeiten der Begegnung.

7. Gib Gottes Liebe an die Muslime weiter
•  Muslime sind auch Gottes Geschöpfe: Gott liebt sie. So sollen auch wir sie lieben.
•  Muslime kennen Gottes Liebe nicht! Christen sollen die Liebe Gottes weitergeben.
•  Gib vorerst die Liebe praktisch weiter; nachher kann die Liebe Gottes erklärt werden.

8. Rede zu ihren Herzen, vermeide Streitgespräche
•  Man kann über einfache alltägliche Dinge reden – Dinge, die sie beschäftigen.
•  Erkenne ihre Not, Angst und Zweifel der Muslime.
•  Bete für die Muslime – und wenn es möglich ist, auch direkt mit dem Menschen.

9. Rede bekennend
•  Sprich natürlich und überzeugend von deinem Glauben an Gott und die Auswirkungen.
•  Zur gegebener Zeit kann das persönliche Bekehrungserlebnis erzählt werden.
•  Berichte auch, wie die persönliche Beziehung mit Gott im Alltagsleben aussieht.

10. Erkläre die Bedeutung von Jesus Christus
•  Nicht den Islam schlecht machen; Polemik vermeiden.
•  In erster Linie soll Jesus Christus gross gemacht werden; Jesus ist mehr als ein Prophet.
•  Die Einmaligkeit und Mission von Jesus Christus soll erklärt werden



 Dieser Artikel erschien im Chrischona-Panorama 6-2007 auf Seite 10