In China wünschen sich die Menschen mit dem Wort ‘Fu’ Glück und Segen zum neuen Jahr. Übersetzt man die Bedeutung der einzelnen Zeichen, so finden sich darin vier Aussagen: das Zeichen für Gott, das Zeichen für die Zahl eins, das Zeichen für den Menschen und das Zeichen für einen Garten mit kreuzähnlichen Wegen. Übersetzt bedeutet das: ‘Gott und ein Mensch, zusammen im Garten.’ Das nennen die Menschen in China Glück. Im Glauben an Gott finden wir in diesen heilenden und heiligen Bereich hinein. Dort finden wir eine Gemeinschaft, die uns stärkt.
Der Glaube an Jesus Christus bringt die heilende Kraft in unser Leben. Wenn Christen zusammenkommen, können sie eine heilmachende Gemeinschaft erleben. Der Grund und die Ausstrahlung dieser verändernden Kraft liegt in der Gegenwart des Heiligen Geistes, der in uns wohnt. Diese göttliche Wirkung ist nicht immer sichtbar, aber spürbar. Wenn sie jedoch unter Christen auf Dauer zurückgedrängt wird, entwickelt sich die heilende Gemeinschaft zum trügerischen Schein. Die Jugend erkennt solche Entwicklungen rasch und lehnt sich lautstark dagegen auf.
Aus dem Glauben an Gott und im Hören und Tun auf ihn, entfaltet sich das neue Leben: ein Leben, das eine Perspektive hat und Menschen Hoffnung gibt. Während einer Weiterbildung kam einmal ein Kursteilnehmer auf mich zu und sagte: «Dein Name ist mir im Gedächtnis geblieben; Du hast eine besondere Ausstrahlung.» Gelebte Werte, auch wenn wir noch nicht vollkommen sind, kommen an, fallen auf und sind gefragt. Menschen, die sich mit Gott verbinden, können eine heilende Wirkung auf andere haben. Nicht immer überträgt sich unsere Denk- und Lebensweise augenblicklich auf unsere Mitmenschen. In der Bergpredigt steht: «So lasst Euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie Eure guten Werke sehen und Euren Vater im Himmel preisen.» Wer diesen Rat befolgt, bewahrt sein Leben und bewegt andere Menschen in die richtige Richtung.
Unsere Augen sind ein Wunderwerk Gottes. Vieles von dem, was wir denken, empfinden und fühlen, hat mit dem Sehen zu tun. In unserer Gesellschaft gibt es den Ausdruck «Sehen und gesehen werden». Die Menschen treffen sich, damit die eigene Bedeutung nicht vergessen wird. Christen leben auch im ‘Sehen’; was die Augen in der heilenden Gemeinschaft mit Gott wahrnehmen. Deshalb ist die Sicht, die Beurteilungslage völlig anders. Der Apostel Paulus beschreibt einige Details der göttlichen Liebe im Brief an die Gemeinde in Korinth. «Die Liebe ist nicht eigennützig und nicht prahlerisch, sie deckt das Böse zu, sie freut sich an der Gerechtigkeit […].» Weil Gott mit uns Gemeinschaft pflegt, können wir sehen, was der Nächste braucht. Diese Lebensweise fordert uns täglich heraus. Gott will, dass wir uns darin üben. Er liebt es, wenn wir offene Augen haben und sehen, was ihm entspricht. Dieser ‘göttliche Blick’ schafft die Voraussetzung für die segnende Tat. Kürzlich hörte ich von einem Mann, der ein Haus verkaufen wollte. Unter den Bewerbern befanden sich ein Wohlhabender und ein Ausländer, der das Geld auf seinen Konten zusammenkratzen musste. Der Hauseigentümer entschied sich für den gut integrierten Ausländer, denn dieser brauchte das Haus unbedingt für seine Familie, obwohl der Wohlhabende mehr bezahlt hätte. Ein Mensch mit geöffneten Augen sieht den Unterschied und entscheidet sich für den Bedürftigen und geht sogar einen finanziellen Verlust ein.
Wer mit Gott in Beziehung lebt, hat für sein Leben den besten Trainer gefunden. Er überrascht Sie, fordert Sie heraus und schenkt Ihnen Gedanken für Menschen, die Sie mit ihnen in Beziehung bringen. Wenn ich gefragt werde, wie man mit Menschen ein Gespräch über Gott führen kann, antworte ich: «Weshalb sollten wir nicht von dem reden, was das Leben so positiv verändert und bewegt?» Wer Gespräche mit Menschen über Gott führen möchte, sollte mit Gott über Menschen reden. Ein Freund hat einmal gesagt: «Wenn Du Dich intensiv für etwas interessierst, wenn Du immer wieder dafür betest, dann besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass Gott Dich dafür engagiert.» Seinem Heiligen Geist ist es möglich, Ihnen an jedem Ort der Welt den richtigen Gedanken, den nötigen Handgriff oder das richtige Wort zu schenken, damit Menschen geholfen wird. Wahre Freundschaft hat Hand und Fuss. Ein solcher Lebensstil verleiht Schwung, Mut und Unternehmungskraft.
Es gibt in dieser Welt unzählige Menschen, die sich nach Beziehungen sehnen, die sie im Leben weiterbringen. Ich sass kürzlich in einem Bus und las in der Bibel. Es vergingen keine zehn Minuten, da rief mir eine Frau aus der gegenüberliegenden Sitzreihe zu, ob sie nicht auch die Bibel lesen könnte, wenn ich mit Lesen fertig sei. Dies war nicht der erste Schritt. Das erste Gespräch fand beim Warten auf die Abfahrt statt. Wir diskutierten über Kindererziehung. Wir kamen auf das Dilemma von verbindlichen Massstäben zu sprechen. Ich äusserte meine Dankbarkeit darüber, dass ich in der Bibel verbindliche Massstäbe gefunden habe. Dann erzählte sie von einem Frauenfrühstück, an dem sie teilgenommen hatte. Was sie gehört hatte, habe sie so fasziniert, dass sie anschliessend zu einer kleineren Gesprächsrunde ging. Sie sei mehr als 60 Jahre alt, doch so etwas habe sie noch nie gehört, sagte sie. Seit einem halben Jahr liest sie selbst in der Bibel und hat verstanden, dass die Gemeinschaft mit Gott heilende Gedanken in ihr Leben bringt. Sie leuchtete auf, als sie von Gottes Hilfe sprach, die sie seither oft erfahren habe. Mit meinem Lesen in der Bibel habe ich ihr Leben an diesem Tag zum Klingen gebracht. Sie staunte darüber, dass sie Freunde gefunden hat, die sich mit ihr zusammen an der Beziehung mit Gott erfreuen. Die Gemeinschaft mit Gott lässt Beziehungen aufleben.
Menschen erhalten durch die Nähe zu Christus die entscheidenden Gedanken. Als Jesus mit seinen Jüngern und Maria auf der Hochzeit zu Kana war und Maria feststellte, dass der Wein ausgegangen war, sagte sie zu den Verantwortlichen: «Was er (Jesus) euch sagt, das tut.» Wir wissen, dass sein Reden meistens nicht unseren Vorstellungen entspricht und den Zeitrahmen oft sprengt. Aber sein Wille wäre meistens leicht zu tun, wenn wir darauf eingingen. Sich darin zu üben, das Gehörte anzuwenden und umzusetzen, gehört zum Leben und verstärkt die heilende Gemeinschaft. Es lohnt sich, auf ihn zu hören und ihm herzhaft zu dienen.
| Dieser Artikel erschien im Chrischona-Panorama 5-2007 auf Seite 8 |