Wort des Direktors
#35340Liebe Leserin, lieber Leser
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| Dr. Markus Müller, Direktor |
Seit Jahren bewegt mich die Frage, weshalb wir Missionare nach Asien, Afrika und Südamerika, nicht aber in die Schulen, Krankenhäuser und Firmen in unserem eigenen Land senden. Im Tiefsten ist es für mich nicht einleuchtend, wieso wir Ärzte, Lehrer, Verkäufer und Führungspersonen im sonntäglichen Gottesdienst nicht genauso an ihre Arbeitsplätze aussenden wie Missionare in Länder anderer Kontinente.
Vor rund einem Jahr haben wir in einem kleinen Team (
s.a. diesen Artikel) begonnen, uns ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es ging darum wie wir als Gemeinden und als Pilgermission St. Chrischona diese verloren gegangene Dimension des Reiches Gottes wieder neu entdecken könnten. Uns scheint es an der Zeit zu sein, diese in unserer Geschichte fest verankerte, jedoch aus dem Blickfeld geratene Dimension neu zu gewinnen.
Was motiviert uns dazu?
- Das oft ungenutzte Potenzial der gegenseitigen Hilfe im Bereich der Menschenführung: Was wäre, wenn Führungspersonen ihre positiven Erfahrungen im Umgang mit Menschen vermehrt auch in die Gemeinde einbringen würden? Und was wäre, wenn die Art Jesu, Menschen zu führen, auch in Firmen zum Zuge käme?
- Die unbewusste und oft destruktive Wirkung der Verabsolutierung des wirtschaftlich-ökonomischen Denkens in unserem privaten und öffentlichen Leben: Was wäre, wenn es uns besser gelänge, Mächte des rein ökonomischen Denkens («Welchen Nutzen hat eine bestimmte Sache?») im persönlichen und gemeindlichen Leben besser und schneller zu entlarven und zu entkräften?
- Die uns von Gott geschenkte Vision für unsere Gemeinden und unser Werk vom Herbst 2007: Was wäre, wenn beispielsweise die in Jesaja 61 gegebenen Verheissungen sich nicht nur innerhalb der Gemeinderäumlichkeiten, sondern auch an den unterschiedlichsten Arbeitsplätzen ereignen würden? Beispiele: Dass Menschen auch am Arbeitsplatz erleben, was es heisst, in der Kraft des Heiligen Geistes zu handeln. Oder dass göttlicher Trost und göttliche Freiheit auch am Arbeitsplatz zugesprochen werden. Auch der Arbeitsplatz ist Entfaltungsort des Reiches Gottes.
Uns allen ist klar: Wir haben viel zu lernen. Vieles scheint zunächst nahezu unvorstellbar und undenkbar zu sein. Unser Wunsch aber ist es, dass viele Menschen etwas von den in Jesaja 61 und 1.Petr. 2 gemachten Zusagen spüren und erleben – innerhalb ihrer privaten Welt, im gemeindlichen Umfeld und genauso im öffentlichen Leben.
Wir werden in den kommenden Monaten bewusst Orte schaffen, an denen Entdeckungen gemacht, Dinge erfahren und Notwendiges eingeübt werden kann. Eine Gelegenheit ist eine Konferenz vom 24. bis 26. September 2008 auf St. Chrischona, zu der wir sowohl Führungspersonen als auch Prediger einladen. Wir möchten dort das unentdeckte Potenzial im Miteinander von Verantwortungsträgern in Gemeinde und öffentlichem Leben entdecken und einen Raum der Hoffnung und des sich gegenseitig Dienens ermöglichen und gestalten.
Dr. Markus Müller
Direktor