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tsc: im Interview

#613

Ausgeklinkt – eingetaucht – innegehalten

ULI ZELLER

Zwölf Dozenten des Theologischen Seminars klinkten sich Anfang des Jahres für zwei Tage aus. Bevor der Seminarbetrieb nach den Ferien wieder begann, nutzten sie die Zeit, um sich zurückzuziehen. An dem abgeschiedenen Ort Hägelberg mit Blick auf den Südschwarzwald und die Schweizer Berge tauchten sie sowohl in Gottes Wort als auch in die Gemeinschaft ein und hielten inne über einem Vortrag von Dr. Helmut Burkhardt. Wir unterhielten uns mit Seminarleiter Horst Schaffenberger über die diesjährige Dozenten-Retraite.

Welches Ziel verfolgen Sie mit dieser Retraite?

Ziel der Retraite ist nicht die Arbeit an Traktanden, sondern die Pflege geistlicher Gemeinschaft mit persönlichem Austausch, Gespräch und Gebet. Dazu muss man sich zurückziehen. Und das alles ohne Zeitdruck. Weiter war uns wichtig, miteinander Gemeinschaft zu pflegen. Dazu gehörte auch, uns zu erholen: spazieren zu gehen, zu reden und essen zu gehen. Herzstück einer solchen Retraite ist es natürlich, gemeinsam an einem geistlichen Thema zu arbeiten.

An welchem geistlichen Thema arbeiteten die Dozenten?

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wir unsere Dozentenschaft als geistliche Aufgabe verstehen. Wir haben Dr. Helmut Burkhardt gebeten, uns dazu eine Bibelarbeit zu halten. Im Zentrum stand der Gedanke, wie wir einander Gehilfen zur Freude werden können. Dr. Burkhardt bezog sich dabei auf 2.Kor.1,14-2,4 und zeigte Grundlinien der paulinischen Konfliktlösung auf. Dabei sprach er auch das Spannungsfeld zwischen Wahrheit und Liebe an.

Hat das Thema Auswirkungen auf das Zusammenleben am tsc?

Natürlich! Es fand ein lebendiger Austausch zwischen den Dozenten statt. Es tauchte die Frage auf, wie weit wir als Dozenten auch seelsorgerlich für unsere Studenten da sein müssen. Wie viel sollen wir den Mentoren überlassen? Wie verstehen wir uns als Dozenten? Kann man das Wort Gehilfe auch als ‘Coach’ übersetzen? Sollten wir als Dozenten nicht stärker diese Funktion mit übernehmen? Das Fazit war, dass wir als Dozenten unsere seelsorgerliche Verantwortung offensiver angehen möchten. Interessant war der Gedanke, dass wir unseren Unterricht auch mit einem seelsorgerlichen Aspekt versehen können – dort, wo sich die Chance dazu bietet.

Wie erlebten die Dozenten die Gemeinschaft untereinander?

Ein riesiges Anliegen zum Danken war für uns natürlich, dass Hans-Ulrich Reifler nach seiner Operation voller Tatendrang wieder dabei sein konnte. Und Ernst Gassmann hat ein wenig von seiner neuen Stelle erzählt. Er betreut ja jetzt Hauptamtliche bei der Missionsgesellschaft OM im Bereich ‘Member Care’. Teilzeitlich unterrichtet er noch am tsc. Es war schön, dass wir einmal Zeit zum Reden hatten. Da sind die persönlichen Dinge, die man mitbekommt, immer ganz erfreulich.

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 Dieser Artikel erschien im aktuellen Chrischona-Panorama auf Seite 21