Liebe Leserin, lieber Leser
 |
| Dr. Markus Müller, Direktor |
Versöhnung ist das unüberbietbar grösste Geschenk des Himmels hier auf Erden. Versöhnung mit Gott heisst Leben nicht nur vor dem Tod, sondern auch nach dem Tod. Einzigartig, wie uns Paulus auf den Geschmack bringt: «Wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, und alles ist neu geworden. Das wiederum kommt von Gott selber, der uns mit sich selbst durch Jesus Christus versöhnt hat» (2. Kor.5, 17-18). Sozusagen um des Lebens willen bitten wir entsprechend: «Lasst Euch versöhnen mit Gott!» (V.20). Im Alten Testament werden wir ermutigt, am «Versöhnungstag die Posaune erschallen zu lassen» (3. Mose 25,9). Es gilt: Versöhnung – ein Freudenfest.
Wer dies liest, ahnt, dass er einem überwältigenden Geheimnis auf die Spur gekommen ist. Und wie das so ist im Reich Gottes: Was zwischen Gott und Mensch klar ist, kann nicht ohne Auswirkung unter den Menschen bleiben. Das sind Momente der Hoffnung. Versöhnung ist möglich: Zwischen Menschen, deren Beziehung blockiert ist, zwischen Jüngeren und Älteren, zwischen links und rechts Denkenden, zwischen Rückwärts- und Vorwärtsgerichteten, zwischen Schnellen und Langsameren, zwischen Kreativen und Vernünftigen, zwischen Handarbeitern und Kopfarbeitern, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ich lade Sie ein zu einem «Warum eigentlich nicht?» statt dem gut eingeübten «Ja, aber…».
Auch wenn Sie viele Jahre in einem oder gar in mehreren unversöhnten Beziehungen gelebt haben, ist noch längst nicht bewiesen, dass die (himmlische) Kraft der Versöhnung jetzt oder in den kommenden Tagen oder Monaten nicht Grosses bewirkt. Der Anfang ist einfach: Etwas mehr Einsicht, sagen wir mal 51 Prozent, in eigenes Versagen und Schwäche und etwas weniger, sagen wir mal 49 Prozent, Einsicht in Schwäche und Versagen des andern. Was könnte geschehen, wenn wir den Mut hätten, das auch zu bekennen, vielleicht zuerst vor einem uns vertrauten Freund, dann auch vor dem Menschen, mit dem wir bisher quer lagen?
Das hier vorliegende Heft soll Mut machen, aus der Kraft der Versöhnung zu leben. Bei der Planung des Heftes haben wir als eines der Anliegen des Heftes sogar keck formuliert: Der Leser ist sich nach der Lektüre des Heftes der Lebensgefährlichkeit verweigerter Versöhnung bewusst.
8. November 2007: Als Pilgermission beziehungsweise Chrischonawerk haben wir die grösste und bedeutendste Konferenz des Jahres 2007 hinter uns: die Schulungs- und Strategie-Konferenz vom 5. bis 8. November. Wir haben uns zusammen mit allen hauptamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Deutschland, der Schweiz und Frankreich die Frage gestellt: «Wie werden wir als Gemeinden und Werk den Menschen unserer Zeit in den kommenden zwei Jahrzehnten wirksam dienen?» Diese Frage hat uns zu der Überzeugung geführt, der Vision von Jesaja 61,1-3 zu folgen. Diese Vision greift Jesus in Lukas 4 auf. Wir wollen uns anschliessen und sie glauben – auch heute. Und wir können sie glauben – für morgen. Die Vision war und ist weltverändernd. Mehr darüber im kommenden Jahr.
Von Herzen eine frohe Advents- und Weihnachtszeit!
Dr. Markus Müller
Direktor